Diese Glasstele steht unter der Kapelle in der Bibliothek, durchstößt die Decke und bildet den Altar in der Kapelle.
Tabernakel
die Rubinsteine stehen für die fünf Wundmale Christi und verschliessen das Allerheiligste sicher, obwohl die Glastür zerbrochen ist
Ambo
am Anfang war das Wort

"There is a crack in everything, that´s how the light gets in." Leonhard Cohen

Wer diesen Raum betritt, dem fällt gleich auf, dass er etwas „verdreht“ ist. Die steinernen Bodenplatten – die gleichen, wie auch im Rest des Gebäudes – sind nicht zur Außenwand gerichtet, sondern liegen „schräg“ im Raum. Der Altar gibt hier die Richtung vor: er ist genau nach den Himmelsrichtungen gedreht – 12° gegen die Gebäudeachse. Genau genommen ist diese Kapelle also nicht im Gebäude verortet, sondern in der Welt.

Zur Lichtführung der Kapelle
“Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.” (Ps 36,10)

In den grünlichen Glasbruchkanten der Fenster verfängt sich das Licht der Sonne. Weihwasserbecken, Altar, Ambo und Tabernakel schimmern im Umgebungslicht. Und der Sakristeischrank hinter dem Altar zeigt – durchbrochen – ein Kreuz. So erzählt das Zeichen der Hinrichtung Jesu vom Licht des Ostermorgens, von unserer Hoffnung auf die Auferstehung. Im Raum lenkt kein abbildhaftes Element den Blick ab. Stattdessen strömt der Raum in seiner Harmonie durch die Konzentration allein auf die liturgischen Orte eine große Ruhe aus und lädt ein, selbst zur Stille zu finden.

 

Wer im Stock unter uns in die Bibliothek tritt, der kann die Kapelle schon erahnen. Denn dort steht ein grüner Glaspfeiler und beherbergt die Heilige Schrift und Bücher zur Bibelauslegung. Aus geschichtetem Floatglas errichtet, durchstößt der Pfeiler die Decke – auf ihm ruht der Altar. Kein Zufall, sondern die Erinnerung daran, dass auch unser Glaube ein tiefes Fundament hat: da ist der Glaube Jesu, der in der Hoffnung des Volkes Israel und den Erzählungen des Ersten Testamentes ruht. Da sind die Evangelien und ihre kirchliche Überlieferung, ohne die es kein Christentum gäbe.

Hier ruht alles sinnbildlich auf dem Wort: dem Wort der Heiligen Schrift, aber tiefer verstanden noch auf dem „ewigen Wort Gottes“, dem „Logos“, der schon über das Chaos der Schöpfung gesprochen lebensstiftend wird und der in Jesus Christus Person, Mensch geworden ist. So steht der Altar dieser Kapelle mit voller Absicht auf der Bibliothek und bleibt mit ihr in Verbindung.
„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. […] Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. (Joh 1,1.3-4)

 

Der Altar besteht aus vielen einzelnen Scheiben, in die unterschiedlich große Kreise geschnitten sind, so dass ein scheinbarer Hohlraum in Form einer Kugel erscheint. Das Licht, das den Glaskörper durchströmt, bricht sich an der Schnittkante. Dieser vermeintliche „Hohlraum“ ist optisch wahrnehmbar, aber real nicht vorhanden. Es ist eine bildhauerische Metapher, die die Frage des ungläubigen Thomas, der alles begreifen muss, in diesem Fall noch zusätzlich umkehrt. Denn diese Kugel kann man nur sehen, nicht begreifen. Noch dazu wird die Illusion erweckt, dass diese Kugel einen leeren Raum umschreibt, der aber gar nicht existiert. Wir sehen, was es nicht gibt und wir glauben, was wir nicht sehen können. Der Altar zeigt uns, dass wir Gott nicht begreifen können, eben, wie wir diese Kugel nicht anfassen können. „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Joh 20,29)

Weiter greift der Altar die beiden symbolischen Grundformen auf: den Kreis, der für die himmlische Vollkommenheit und das Quadrat, das für die Irdische Wirklichkeit steht. Beides trifft sich im Altar – dem Ort, in dem sich Christus uns in der irdischen Wirklichkeit von Brot und Wein als himmlische Gabe schenkt.

 

Der Tabernakel besteht ebenfalls aus einer Glasschichtung. Er steckt in der Rückwand der Kapelle und erhält so Tageslicht von außen. Die Tabernakeltür besteht aus 5 Glasscheiben. Jede Scheibe steht für ein Wundmal. Ein Wundmal entsteht durch Gewalt, so wird auch jeder einzelnen Glasscheibe Gewalt angetan. Zuerst erhält jedes Glas in der Mitte einen Glasschnitt. Jetzt wird auf jede Scheibe an den Kreuzungspunkten oben, unten, links und rechts sowie in der Mitte ein großer punktgerichteter Druck ausgeübt, sodass jede Glasscheibe unterschiedlich bricht. Zusammengefügt werden sie übereinander geklebt. Die Glasrisse wirken wie Strahlen und im Ausgangspunkt der Strahlen, eben der Punkt, an dem Gewalt die Scheibe sprengte, ist ein Rubin eingelassen.

Die Rubine – Edelsteine, die um eine Verunreinigung aus Chrom herum entstehen – stehen sichtbar für die Nagelwunden Christi. Ungeschliffen und fein geschnitten erwecken Sie den Eindruck von geronnenem Blut und erinnern an die brutale Gewalt, der der Gottessohn ausgesetzt war – und die bis heute unsere Weltgeschichte durchzieht.

Die gebrochene Tabernakeltür, die dennoch das Allerheiligste sicher verschließt, kann so auch als Rätsel gelesen werden – wissen wir doch alle nicht, welch großes Geheimnis sich hinter dieser Tür verbirgt.

VITA

1956
geboren in Betzigau/Kempten, Allgäu

1976-81
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

1986-93
Kabarett

seit 1993
Lehrer an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

seit 1998
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg

seit 2013
Sänger der ABK (akademischen Betriebskapelle)

PREISE

2012
Kunstpreis der Diözese Rottenburg

2002
New Glass Review 23, Corning Museum of Glass, New York

1993
Kunstpreis der Stadt Kempten
Bodenseepreis, Ravensburg

1991
Johann Fischer Preis, Marktoberdorf

1987
Scharfrichterbeil, Passau

ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM

2020
Kapelle im Bischof Leiprecht Zentrum, Stuttgart Degerloch

2015
Kunstweg im Christophsbad, Göppingen

2012
Criteria, Kunst in Kirche, Mannheim

2011
Altarraumgestaltung, Pfarrkirche St. Ulrich, Pinswang in Österreich

2010
“Endliche Säule” Stadtpark Villingen-Schwenningen
[sain] vier Zeichen, Kunstweg am Reichenbach

2008
Regen-Regale, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

2007
Kunst in der Stadt Rottweil

2006
Lichtalarm, Schönbergturm Pfullingen
Lettner, Stiftskirche Faurndau/Göppingen
schwarz-weiss, Jakobsweg Allgäu

2005
Schnittstellen, Werkstatthaus Stuttgart

2004
Baumspiegel, Stuttgart

2003
Halbsäule, Pforzheim

2002
Wand, Klinikum Augsburg-Haunstetten
“flach gelegt”, Rottweil-Hausen

2001
Glasstele, Fa. Egger, Kempten

1999
Weg, Mummelsee Schwarzwald

1998
Woda (Wasser), Kaliningrad, Otradnoje

1996
Schacht, Obermarchtal, seit 1997 in Casole d`Elsa, Italien
Stereo, Hermannshof, Springe/Hannover, seit 2007 in Neckarsulm

1995
Casa, Saturnia, Italien (seit 1997 zerstört)

1994
Grüner Flügel, seit 2008 in Rottweil
Brunnen-Bogen, Amstetten

1993
Grünten-Säule, Marstallmuseum, Kempten
Gang, Skulptura, Ulm

1992
U-Block, Hindenburgkaserne, Ulm
Aichacher Trichter, Aichach
Altar, Kapelle im Seniorenheim am Anger, Bad Wörishofen
Bogen, Weiler im Allgäu

1991
Grüne Säule, Kunstpfad Universität Ulm

1985
Große Säule, Goslar

AUSSTELLUNGEN

2018
“von zeit zu zeit”, Galerie im Helferhaus, Backnang
FRAGILE ! Künstlerische Konzepte mit Glas,
Schafhof – Europäisches Künstlerhaus, Freising

2017
Zeichnung: Heute, Kunstverein Hochrhein, Bad Säckingen
Randsteine, Kunstverein Brackenheim
Kunst in der Region, mit Martina Staudenmayer, Nürtingen, Kreuzkirche
Turm Bau I & II Turm-Modelle in der zeitgenössischen Skulptur, Rottweil
Linienschaaren, Gruppenausstellung Atelier Wilhelmstr. Bad Cannstatt

2016
“LUMIÈRES DU MONDE” Centre international du Vitrail CHARTRES
“In den Wäldern des Raumes” Galerie Merkle, Stuttgart
Popup29 / Buba Švabe u slijepom crijevu, Osijek, Kroatien

2015
“unterm Strich” Kunstkreis Ortenau, Offenburg
“Stein oder Nichtstein”, (mit Amely Spötzl) Stiftung S BC – pro arte, Biberach
A L L E ! Der Künstlerbund Baden-Württemberg, Städtische Galerie Karlsruhe

2014
Dialog, Micha Ulman und Alf Setzer,
Galerie Wohlhüter, Leibertingen

2013
Dialog – Trialog: Jahresausstellung Künstlerbund Baden-Württemberg im Museum Biedermann
Brennstablager, Kunstverein Würzburg e.V.
SCHWARZ-WEISS, Galerie artopoi, Freiburg im Breisgau
DOPPELBOCK, Kunstverein Gästezimmer + Kunstverein Neuhausen

2012
Bestuhlt: Stuhl und Stühle in der Gegenwartskunst, BC – pro arte, Biberach
“STEINzeit”, Kreissparkasse, Rottweil
Skulptur und Zeichnung, Galerie artopoi, Freiburg
Zeigen. Eine Audiotour, Kunsthalle Karlsruhe (kuratiert von Karin Sander)

2011
Voilà – AKA-Gastspiel in der Staatsgalerie, Stuttgart
art-Karlsruhe, Galerie Wohlhüter

2010
Skulptur und Zeichnung, Galerie artopoi, Freiburg

2009
“Belichtet”, BBK-Landesschau, Residenz, Kempten
Schwarzarbeit, Stuttgarter Kunstverein
Galerie Wohlhüter, Leibertingen
durchaus exemplarisch, Künstlerbund BW, Villa Merkel, Esslingen
vielleicht so schwer, Schedhalle Tübingen

2008
Transparent, Galerie artopoi, Freiburg im Breisgau
Licht wie Glas, Galerie Handwerk, Koblenz
Ars Luminosa V, Drei Positionen zur Glaskunst,
Akademie der Diözese Rottenburg/Stuttgart, Weingarten

2007
ins Glas geworfen, Galerie im Petrushof, Obermarchtal
Kunst bewegt, Künstlerbund BW, Neckarsulm
Große Schwäbische, Augsburg

2006
18 Positionen, Neues Kloster, Bad Schussenried
Steine am Weg, Bad Waldsee
Grauzonen, Atelier Wilhelmstrasse, Bad Cannstatt, Stuttgart

2005
von A bis Z, Künstlerbund BW, Karlsruhe
Zeit Raum Zeichen, Künstlerbund BW, Achberg
kleine Gesten, Galerie Grashey, Konstanz
Städtische Galerie, Tettnang

2004
“BestOff” – Jahresausstellung der Mitglieder, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
Grund zu bleiben, Künstlerbund BW, Bad Schussenried
Werkstatthaus, Stuttgart

2003
Beziehungsweisen, E-Werk, Künstlerbund BW, Freiburg
Ruhigere Zeiten, Kunsthaus, Marktoberdorf

2002
Galerie Hopping Center, Stuttgart
Villa Jaus, Oberstdorf

2001
FFM – Kunstverein Gästezimmer, Stuttgart

2000
glas + stein, Galerie Wohlhüter, Leibertingen
schwarz-weiss, Künstlerbund BW, Villa Merkel, Esslingen

1999
Capital, Willy Brandt-Haus, Berlin
Kornhaus Galerie, Ulm

1998
Künstlerbund BW, Mannheim

1997
Künstlerbund BW, Reutlingen
Galerie Cuenca, Ulm
Kornhaus Galerie, Ulm

1996
Marchtaler Fenster, “Neue Kunst”, Obermarchtal
Künstlerbund BW, Ulm

ARBEITEN IN ÖFFENTLICHEM BESITZ

München, Staatliche Sammlung
Stuttgart, Staatsgalerie
Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Ulmer Museum
Neu-Ulm, Museum
Kempten, Marstallmuseum (Grünten Säule)
Goslar (Platzgestalltung)
Ulm, Hindenburgkaserne und Kunstpfad Universität Ulm(U-Block)
Stadt Rottweil, Kreis-Kunstsammlung
Villingen-Schwenningen, (“Endliche Säule” Stadtpark)
Bad Wörishofen (Altarraumgestaltung)
Gemeinde Amstetten (Brunnenanlage)
Kaliningrad/Otradnoje, Brachert Museum
Klinikum Haunstetten, Augsburg
Weiler im Allgäu, Rathaus
Pinswang in Österreich, Pfarrkirche St. Ulrich (Altarraumgestaltung)

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Im Fall der Datenverarbeitung im Auftrag setzt der Verein nur Auftragsverarbeiter ein, die eine hinreichende Garantie für eine datenschutz-konforme Datenverarbeitung gewährleistet können (vgl. Art 28 Abs. 1 DS-GVO). Der Nachweis für diese Qualifikation kann über entsprechende Zertifizierungen gemäß Art. 42 DS-GVO und anerkannte Verhaltenskodizes nach Art. 40 DS-GVO geführt werden (Art. 28 Abs. 5 DS-GVO). Die Auftragsverarbeitung erfolgt nur auf der Grundlage eines bindenden Vertrages. Art. 28 Abs. 3 und Abs. 6 DS-GVO sieht vor, dass auch „ein anderes Rechtsinstrument“ als ein eigens ausgehandelter Vertrag nach dem Unionsrecht oder dem Recht der Mitgliedsstaaten Basis der Auftragsdatenverarbeitung sein kann. Die Auftraggeber bzw. Auftragnehmer haben somit künftig die Auswahl zwischen individuellen Verträgen, Standardverträgen, die die EU-Kommission bereitstellt, Standardverträgen, die die Aufsichtsbehörde bereitstellt, und zertifizierten Vertragsmustern. Sowohl der Vertrag als auch die alternativen Rechtsinstrumente werden den in Art. 28 Abs. 3 DS-GVO festgelegten Anforderungen genügen. Im Einzelnen wird festgelegt sein:
· Gegenstand und Dauer der Auftragsdatenvereinbarung
· Umfang, Art und Zweck der Datenerhebung
· Art der zu verarbeitenden personenbezogenen Daten
· Kategorie der von der Datenverarbeitung betroffenen Personen
· Pflichten und Rechte des Verantwortlichen
· Umfang der Weisungen, die zu dokumentieren sind
· Verpflichtung des vom Auftragsverarbeiter eingesetzten Personals auf das Datengeheimnis
· technische und organisatorische Maßnahmen
· zulässige Unterauftragsverhältnisse
· Unterstützung des Verantwortlichen durch den Auftragsverarbeiter bei der Er-füllung der in Kapitel III der DS-GVO vorgeschriebenen Rechte der betroffenen Personen
· Unterstützung des Verantwortlichen durch den Auftragsverarbeiter bei den in Art. 32 ff. DS-GVO festgeschriebenen Verpflichtungen, insbesondere bei der Meldepflicht von Datenschutzverstößen
· Abwicklung nach Beendigung der Auftragsverarbeitung
· Kontrollrechte des Auftraggebers

Nutzung von Daten Dritter
Daten Dritter, etwa von Lieferanten, Besuchern oder Vertretern von Vereinen, dürfen gespeichert und genutzt werden, wenn dies für die Begründung oder Durchführung eines rechtsgeschäftlichen Schuldverhältnisses (Vertrag) mit diesen Personen erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 lit. b) DS-GVO) oder der Webseitenbetreiber ein berechtigtes Interesse daran hat und nicht erkennbar ist, dass dem schutzwürdigen Interessen der Betroffenen entgegenstehen (Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO, s. o. Nr. 2.1). Diese Daten dürfen grundsätzlich nur zu dem Zweck verwendet werden, zu dem sie der Betreiber erhoben oder erhalten hat. Lediglich dann, wenn eine Weiterverarbeitung der Daten mit dem Zweck der ursprünglichen Datenerhebung als vereinbar anzusehen ist, ist eine Zweckänderung zulässig (Art. 6 Abs. 4 DS-GVO).